Internet im Wohnmobil

Von | 23/11/2025

Es gibt verschiedene Gründe, das Internet im Wohnmobil auf Reisen zu nutzen. Sei es, um mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben, seine Instagram Story mit Erlebnissen zu füllen, die kommenden Reisetage zu planen, Sehenswürdigkeiten zu finden, sich mit Musik oder Videos zu unterhalten oder auch um zu arbeiten.

Internet im Wohnmobil

Entsprechend unterschiedlich sind auch die Anforderungen an die Bandbreite des Internets im Wohnmobil beim Down- und Upload. Für Spiele oder Videokonferenzen spielt auch die Latenz eine wichtige Rolle, also die Verzögerung des Signals bei der Übertragung über das Internet im Wohnmobil.

Internet im Wohnmobil – Die Alternativen

Steht man auf seinen Reisen überwiegend auf Stellplätzen oder Campingplätzen so wie wir es machen, dann stehen diese Möglichkeiten für das Internet im Wohnmobil zur Verfügung:

  1. Das lokale WLAN des Campingplatzes. Das ist nach unseren Erfahrungen überwiegend kostenlos und schwach, manchmal auch gegen Entgelt nutzbar und dann mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen – mehr dazu in unserer Liste der von uns getesteten Plätze (Liste folgt).
  2. Das Mobilfunknetz. Hier kann man über das Smartphone leicht einen Persönlichen Hotspot öffnen, in den sich dann Tablets oder Laptops ohne eigene Mobilfunkkarte einloggen können. Möchte man seinen Handyakku schonen, kann man auch ein älteres Smartphone dafür abstellen, wenn man über eine zweite SIM-Karte verfügt, sei es eine Datenkarte zu seinem deutschen Mobilfunktarif oder eine Prepaid-Karte des Reiselandes.
  3. Wenn WLAN oder Mobilfunknetz schwach sind, gibt es Möglichkeiten zur Verstärkung des Signals, z.B. mobile Router und Mobilfunkantennen sowie Kombigeräte, die sowohl WLAN wie auch Mobilfunk verstärken und über einen Router verfügen, der mehreren Endgeräten Zugang zum Internet im Wohnmobil gewähren.
  4. Satelliteninternet über Starlink, das auch abseits der Zivilisation an entlegenen Orten funktioniert, soweit Starlink das betreffende Reiseland versorgt und die Antenne freie Sicht zum Himmel hat, also z.B. nicht unter Bäumen steht.

Beim Internet-Signal unterscheidet man zwischen Signalstärke und Bandbreite. Je weiter man vom Sendemast oder WiFi-Punkt entfernt ist, desto schwächer ist die Signalstärke. Diese kann man aber z.B. durch Außenantennen auf dem Dach des Wohnmobils verstärken. Die Bandbreite wird dadurch nicht verändert.

Wichtig ist sich klar zu sein, wozu man das Internet im Wohnmobil benötigt. Unsere wichtigsten Anwendungen sind Email, Internetrecherchen als Reiseplanung, ein wenig soziale Medien, Musik streamen und Zugriff auf TV-Streams, die die größte Bandbreite benötigen. Für HD-Streaming muss man 4 Mbit/sek einplanen und für SD-Streaming etwa die Hälfte. Ihr werdet aus unserer Liste sehen, dass dies bei vielen Campingplätzen nicht oder nur eingeschränkt verfügbar ist.

Bietet ein WLAN auf dem Campingplatz z.B. eine Bandbreite von 20 Mbit/sek und nur fünf Camper schauen gleichzeitig HD-Videos oder HD-Fernsehen über das WLAN, dann ist die Bandbreite erschöpft. Ab dem sechsten Nutzer wird es eng im WLAN, und daran ändern auch Signalverstärker nichts!

Internet im Wohnmobil – Die Kosten

Klar, Free Wifi ist die günstigste Art, um Internet im Wohnmobil zu nutzen, reicht aber auf manchen Plätzen nicht einmal für die Recherche über Google Maps.

Einige Plätze bieten einen WiFi-Zugang gegen Bezahlung, wobei die Preise pro Tag sinken, wenn man längere Zeit bleibt. Auf einem Platz in Spanien konnte man sogar einen Glasfaseranschluss inkl. Router für 20€ pro Monat mieten. Der bot eine Bandbreite bis zu 600 Mbit/sek und lohnte sich bei längerem Aufenthalt. Dieser Platz wurde allerdings im Herbst 2025 geschlossen.

Nutzt man die mobilen Daten seines Mobilfunktarifs, dann sollte man nach unserer Erfahrung und unserem Nutzungsprofil zwischen 50GB und 100GB im Monat zur Verfügung haben. Die Preise in Deutschland für dieses Datenvolumen liegen bei ca. 20€ pro Monat, wobei die Spanne je nach Anbieter und Sonderangeboten groß ist. Kauft man in Spanien eine Prepaid-Datenkarte kommt man oft günstiger weg, z.B. 100GB bei simyo zu 10€ (November 2025). Die Prepaid-Karte hält vier Wochen, dann muss man Guthaben auffüllen, damit die Karte nicht abläuft und unbrauchbar wird.

Möchte man über Starlink ins Internet, dann benötigt man die mobile Starlink-Antenne (249€) und den zugehörigen Tarif für den Empfang auf Reisen. Aktuell (November 2025) kosten 50GB 40€ pro Monat und unbegrenztes Volumen gibt es für 89€ pro Monat. Die Antenne ermöglicht Downloadgeschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/sek und setzt freie Sicht auf den Satelliten voraus, funktioniert also nicht gut in bewaldeten Gegenden. Zu beachten sind die Starlink Servicetarif-Beschreibungen, wonach man Starlink nur 60 Tage am Stück außerhalb seines Heimatlandes (“Serviceadresse”) nutzen darf, was für Digital Nomads wie auch Überwinterer nicht ausreicht. Keine Ahnung, was sich Starlink dabei gedacht hat. Starlink-Nutzer, die über vier Monate in Spanien standen, sagten mir, dass diese Regel praktisch nicht störe, da man seine “Serviceadresse” beliebig bei Starlink wechseln kann. OK, aber warum dann diese 60-Tage-Regelung?

Dort wo WLAN oder Mobilfunk schwach sind kann man Lösungen einsetzen, die die Signale verstärken, indem Außenantennen mit einem Router kombiniert werden. Hier gibt es Systeme, die nur das Mobilfunksignal verstärken, z.B. die Falcon 4G Combo mit LTE-Außenantenne, Router und Zubehör, die bis zu 150 Mbit/sek bietet und aktuell bei 199€ liegt

oder Kombisysteme, die neben Mobilfunk auch ein eventuell vorhandenes WLAN verstärken und über einen Router an die Endgeräte bringen. Hier sei als Beispiel das Stream 2 von Alphatronics genannt, das über 2 slots für SIM-Karten sowie mehrere LTE- und WiFi-Antennen verfügt. Mit dem Router sind Geschwindigkeiten bis zu 300 Mbit/sek möglich. Der Preis liegt aktuell bei 619€.

Noch höhere Geschwindigkeiten fürs Internet im Wohnmobil sind mit 5G-Routern möglich. Preislich liegen die aber um 50% über den LTE-Lösungen und werden in der Praxis nur in wenigen Fällen benötigt.

Daneben werden auch batterie- bzw. akkubetriebene Router ohne Außenantenne angeboten, z.B. der Netgear Nighthawk M1, der den Zugriff mehrerer Geräte auf das Internet über das 4G-/LTE-Netz zulässt. Der aktuelle Preis (im November 2025) für den M1 beträgt 344€.

Mit diesen Geräten lässt sich auch ohne Stromversorgung an jedem beliebigen Platz mit Mobilfunkempfang arbeiten und streamen. Das Campingplatz-WLAN können diese Geräte für das Internet im Wohnmobil nicht nutzen.

Für unsere Zwecke machen die akkubetriebenen Router keinen Sinn, da wir immer im oder am Wohnmobil sind, wenn wir mit mehreren Geräten gleichzeitig ins Internet gehen. Die Rucksackmobilität eines Akku-Routers benötigen wir beim Internet im Wohnmobil nicht. Daher haben wir uns näher mit den fest installierten Routern beschäftigt und in einem separaten Artikel (link) einen Marktüberblick über 4G-/LTE-Router erarbeitet, wobei möglichst eine 5G-Antenne verbaut werden sollte, damit man bei einer eventuellen späteren Aufrüstung nicht nochmal an die Dachhaut des Wohnmobils muss und somit Undichtigkeiten vermeidet.

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