Jerez de la Frontera

Von | 06/12/2025

Auf unserer Reise nach Andalusien stoppten wir in Jerez de la Frontera und standen auf dem Wohnmobilstellplatz La Morada del Sur. Es handelt sich dabei hauptsächlich um einen Unterstellplatz für Wohnmobile und Caravans mit Werkstatt und Ersatzteilshop. Die Kosten pro Nacht betragen 15€ inkl. Strom und Internet. Es gibt Toiletten und auch Duschen, beides ist ok.

Bei der Ankunft wird man mit einem Glas Sherry begrüßt, dem für Jerez typischen leicht bitteren Likörwein. In Jerez gibt es eine Reihe bekannter Sherry-Produzenten und Sherry ist hier ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Ein Hypercor-Supermarkt zusammen mit anderen Geschäften befindet sich 1km entfernt und ist zu Fuß erreichbar, die Bushaltestelle für den Bus ins Zentrum befindet sich unmittelbar vor dem Stellplatz, allerdings fährt der Bus nur in größeren Abständen. Daher ist es sinnvoll, sich die Abfahrtzeiten anzuschauen, bevor man den Trip ins Zentrum plant.

Aber ist Jerez de la Frontera auch interessant, wenn man keinen Sherry mag?

Aus unserer Sicht beantworten wir das mit einem klaren JA. Die Stadt hat rund 200.000 Einwohner, was man angesichts des überschaubaren Zentrums zunächst nicht glauben mag. Auch die Markthalle ist eher klein geraten, aber gut besucht, was heute aufgrund der Konkurrenz der Supermärkte auch in Spanien nicht mehr selbstverständlich ist.

Was aber wirklich alles rausreißt ist der Alcazar von Jerez de la Frontera.

Jerez de la Frontera

Wenige Tage zuvor waren wir in Segovia, das auf engstem Raum eine Fülle von Sehenswürdigkeiten bietet, darunter auch den fast komplett restaurierten Alcazar. Der Begriff Alcazar wird im Spanischen für ein festungsartiges Schloss maurischen Ursprungs verwendet, und der bekannteste Vertreter ist sicherlich die Alhambra in Granada.

Der Alcazar von Jerez de la Frontera umfasst eine Reihe von Gebäuden aus unterschiedlichen Zeiträumen, die man teils restauriert, teils als Ruinen und teils auch nur als Grundmauern vorfindet. Dennoch ist das gesamte Ensemble inklusive der Gartenanlagen einfach beeindruckend.

Die arabischen Bäder faszinieren durch ihre sternförmigen kleinen Dachöffnungen, durch die ausreichend Tageslicht einfällt. Während auch an anderen Bauteilen noch deutliche Formen der arabischen Baukunst zu erkennen sind, zeigt sich die Festungsmauer mit den Türmen und Stadttoren in christlichem Baustil aus dem Mittelalter (15. Jh.). Die Mauren mussten Jerez de la Frontera um 1248 verlassen, als der Ort durch Christen erobert wurde und dem Königreich Kastilien eingegliedert wurde.

Im restaurierten Teil wird eine Mühle aus dem 18. Jahrhundert ausgestellt, mit der Olivenöl hergestellt wurde, und auch eine alte Apotheke gezeigt, wie sie im 19. Jahrhundert hier einmal untergebracht war.

Neben dem Alcazar gehört auch die Kathedrale von Jerez de la Frontera zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Hier hat uns tatsächlich der geforderte Eintrittspreis (8€ pro Person, 7€ für Senioren, keine Reduzierung für Schwerbehinderte!) so sehr abgeschreckt, dass nur einer von uns reingegangen ist. Davon abgesehen beeindruckt der Innenraum der Kathedrale und hat uns sehr gefallen.

Wir besuchten dann die Tapasbar Juanito, die in einem hübschen Innenhof nahe der Plaza del Arenal liegt und in der man sehr gute und reichhaltige Tapas essen kann. Während unseres Aufenthalts dort unterhielt uns ein Flamenco-Gitarrist, der natürlich eine kleine Spende des Publikums erwartet.

Wer übrigens auf der Suche nach einem guten Kaffee in Jerez de la Frontera ist, dem können wir die Cafeteria Moka empfehlen, deren Americano wir sehr lecker fanden. Sie liegt eher unauffällig in einem wuseligen Viertel mit engen Gassen im Viertel hinter der Markthalle. Es gibt hier auch eine Empore, die allerdings nur für Personen unter 1,50m ohne Bücken zugänglich ist.

Von hier aus erreichen wir in sieben Minuten die Rotonda de los Casinos, wo unser Bus zurück zum Stellplatz startet. Wir steigen eine Station früher aus und versorgen uns im riesigen Supermarkt Hipercor (gehört zur Kaufhauskette El Corte Ingles) mit Vorräten für den Abend und unsere nächste Station in Chipiona.

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