Segovia

Von | 02/11/2025

Wo steht der schönste römische Aquädukt? Über Schönheit sollte man bekanntlich nicht streiten. Für uns aber steht in Segovia im Herzen Spaniens der schönste von Römern erbaute Aquädukt.

Segovia ist eine Provinzhauptstadt mit rund 50.000 Einwohnern und liegt in der zentralspanischen Hochebene auf ca. 1000 Metern über N.N. Madrid ist nur 90km entfernt und in 1 ½ Stunden mit Bus und Bahn erreichbar.

Segovia bietet auf kompaktem Raum Sehenswürdigkeiten aus der Römerzeit und dem Mittelalter sowie eine moderne Fußgängerzone mit Einkaufsmöglichkeiten – alles fußläufig erreichbar.

Segovia

Mitten im Zentrum an der Plaza del Azoguejo spannt sich der 28m hohe Aquädukt über 728m Länge von der heutigen Neustadt in die Altstadt. Er umfasst 118 teils doppelstöckige Bögen und war tatsächlich noch bis 1974 Teil der städtischen Wasserversorgung. Heute ist er nur noch Fotomotiv für Touristen, die aus Madrid, Europa und auch China anreisen. Auf einigen touristische Hinweisschilder finden sich auch die Sehenswürdigkeiten in chinesischer Sprache.

Neben den Hauptattraktionen, der Kathedrale von Segovia aus dem 16. Jahrhundert und der Palastburg Alcazar, dessen Baubeginn wohl im 11. Jahrhundert lag und der immer wieder um-, an- und neugebaut wurde, gibt es aber noch viele weitere Juwelen zu entdecken, die nicht von Touristen überlaufen sind. Dazu gehören die Stadtmauer, das Judenviertel (Juderia) oder auch die verzierten Hausfassaden z.B. rund um die Plaza Medina del Campo oder an der Casa de los Picos.

Die Stadtmauer ist teilweise noch erhalten und kann ein kleines Stück weit bestiegen werden. Hierzu folgt man in der Nähe des Stadttores Puerta de San Andres dem Hinweisschild „Muralla“ und gelangt so in die Verkaufsstelle der Eintrittskarten für die Stadtmauer.

Oder man geht entlang der Stadtmauer an den kleinen Häuschen des Judenviertels, der Juderia, vorbei, wo sich seit dem Mittelalter Juden niederließen, bis sie 1492 (in dem Jahr war doch auch etwas mit Christopher Columbus…) durch ein königliches Dekret zur Konvertierung oder Auswanderung gezwungen wurden.

Die Casa de los Picos wurde im 15. Jahrhundert erbaut und trägt mehr als 600 Granitspitzen an ihrer Außenfassade, was sie unverwechselbar macht. Heute ist darin eine Kunsthochschule untergebracht.

Auch viele andere Häuser in Segovia haben kunstvoll gestaltete Fassaden, z.B. die Häuser rund um die Plaza Medina del Campo, an der sich auch die Iglesia San Martin befindet. Überhaupt haben wir noch nie eine solche Dichte an Kirchen auf engem Raum gesehen wie hier in Segovia.

Noch mal zurück zu den Hauptsehenswürdigkeiten:

Die Kathedrale beeindruckt von außen durch ihre Größe und die gotischen Stilelemente. Innen hat sie uns nicht so gut gefallen, die Fülle an glänzenden Goldverzierungen ist too much.

Die Burg Alcazar hingegen gibt einen interessanten Einblick in das Leben und Kämpfen über verschiedene Jahrhunderte hinweg. Sie beherbergt auch eine historische militärische Ausstellung mit u.a. Ritterrüstungen und Kanonen sowie Modellen der frühen Waffen- und Munitionsindustrie. Außerhalb des Alcazar steht das Gebäude einer solchen Munitionswerkstatt, das Laboratorio Quimico, in dem heute ein Cafe mit großer Aussichtsterrasse untergebracht ist.

Neben den hier genannten Sehenswürdigkeiten, die wir uns angeschaut haben, gibt es noch eine Menge kleinere und größere Attraktionen, so dass jeder in Segovia etwas neues entdecken kann.

Hat man genug Altertümer gesehen, sollte man noch durch die Einkaufsmeile Avenida Acueducto und ihre angrenzenden Straßen schlendern oder sich in einer Cerveceria in der Nähe des botanischen Gartens unter die Einheimischen mischen. Für unseren Besuch in Segovia standen wir auf dem Camping El Acueducto, der allerdings nicht in der Nähe des Aquädukts, sondern im Vorort Nueva Segovia gelegen ist. Von hier aus fährt man mit dem Bus in 15 Minuten zum Zentrum; die Fahrt kostet im Herbst 2025 nur 1,15€.  Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg in Richtung Conil de la Frontera. Mal schauen, was uns unterwegs begegnet.

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